Hören und Zuhören: Überlegungen

Bevor wir mit dem Projekt beginnen, möchte ich noch einmal festhalten, aus welchen Gründen es eine gute Entscheidung war, an ihm teilzunehmen.

Da uns ja nur ein Nchmittag und davon nur 3 Stunden zur Verfügung stehen, werde ich das im Blog verschriften, was mir durch den Kopf geht. Dazu ist der Blog ja da, dass wir unsere Arbeit dokumentieren, indem wir nicht nur beschreiben, was wir gerade machen, sondern auch, was wir dabei gelernt haben und wie wir es für uns nutzen können. Ich bitte dich daher dasselbe zu machen. Es soll ja mit Hilfe dieses Mediums ein Gedankenaustausch werden.

Deine Neugier ist geweckt. Das ist gut. Es ist wie in einen langen Gang hineinschauen und auf beiden Seiten Türen sehen, die man alle einmal öffnen will. Viele von ihnen hast du schon aufgemacht und dahinter Spannendes entdeckt. Neugier ist also ein Türöffner. Jetzt willst du eine neue Tür aufmachen und herausfinden, was es mit dem Radiomachen auf sich hat.

Jeden Tag hörst du Radio. Möglicherweise nur Sender, die deine Musik spielen, was schade ist, da es unendlich mehr gibt als Musik, was über die Ätherwellen transportiert werden kann. Außerdem: Hörst du wirklich zu? Oder ist es ein Hintergrundgeräusch? Etwas, das man nebenbei hört? Jetzt mal ehrlich: Wann hast du dich das letzte Mal zurück gelehnt und nur zugehört? Ich muss gestehen, dass mir das auch nur manchmal gelingt. Aber genau das ist zum Beispiel schon die erste Voraussetzung beim Radiomachen. Das Zuhören. Das ist gar nicht so einfach, wie sich das liest. Das weißt du aus dem Unterricht. Wo bist du mit deinen Gedanken, wenn der Lehrer spricht? Was dir durch den Kopf geht, hat meistens wenig mit dem zu tun, wovon gerade die Rede ist, stimmt’s? Konzentriertes Zuhören ist kein passiver Akt. Im Gegenteil: Versuchs mal. Wie lange hältst du das durch? Wann hörst du wirklich zu?

Und warum hörst du jemand gern zu, einem anderen weniger? Was macht er/sie falsch, was macht er/sie richtig? Wie würdest du das anlegen, dass dir zugehört wird? Was ist dein Thema? Worüber würdest du gerne sprechen? Was ist es, das dir durch den Kopf geht und dich beschäftigt? Geh davon aus, dass es nichts gibt, was sich nicht schon auch andere gefragt, worüber sich nicht auch andere schon den Kopf zerbrochen haben. Und schon haben wir unsere Themen. Jetzt geht es darum, sie so aufzubereiten, dass man dir/uns zuhören will. Das und viel mehr als das, soll uns die ersten Wochen beschäftigen.

Diese Seite lege ich uns allen ans Herz. Schaut rein.

Noch einmal: Es sind weniger die Bilder, die tausend Worte sagen: Es sind vielmehr die Wörter, die tausend Bilder in unserem Kopf auslösen. Am Anfang war das Wort. So steht es in der Bibel. Nicht das Bild. Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht. Der mythische Sprechakt, der Klang allein genügte, Licht von der Finsternis zu scheiden. Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Das wussten die Menschen schon in grauer Vorzeit, dass zwischen Musik und Sprache ein Zusammenhang besteht. Diesen Zusammenhängen wollen wir auch nachspüren. Eines steht fest: Das Ohr als Sinnesorgan ist dem Auge gewaltig überlegen.

In diesem Sinne. Lass etwas von dir hören. Lasst uns zuhören. Machen wir die Zuhörer neugierig auf das, was ihr zu sagen habt.

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Über Helmut Hostnig

Lehrer und Radiojournalist

Eine Antwort zu “Hören und Zuhören: Überlegungen

  1. gabi50

    Der Artikel spricht mir aus der Seele……

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