Vom Zuhören und Tagträumen

Welche Sender hören SchülerInnen, wie lange hören sie durchschnittlich Radio, was machen SchülerInnen, wenn sie in den Unterrichtsstunden die Ohren zuklappen oder auf Durchzug stellen? Diesen Fragen ist Radiopoly in der Schule nachgegangen und hat so unter Beweis gestellt, wie viel die Radiogruppe in den wenigen Stunden schon in Bezug aufs Radiomachen gelernt hat.

Bei den in der Schule durchgeführten Interviews kam Einiges zu Tage, was LehrerInnen zwar ohnehin wissen, vielleicht aber nicht in diesem drastischen Ausmaß: Bei 50 Minuten Unterricht hören  die SchülerInnen, wenn es viel ist, 20 bis 30 Minuten wirklich zu. Den Rest verbringen sie im Tagtraum, lassen Vergangenes Revue passieren, fragen sich, was sie heute noch vorhaben, denken an ihre Freunde, an ihre Eltern, und haben sich unterbewusst vom Schulgeschehen verabschiedet. Wichtiges verschläft man dabei nicht, da die Sinne ja nur auf Durchzug gestellt sind. Wird der Unterricht wieder interessant oder sorgt der Lehrer für Abwechslung, ist jeder wieder ganz Ohr. Auf die Frage, was LehrerInnen tun sollen, damit ihnen länger zugehört wird, gaben sowohl eine Lehrerin als auch die SchülerInnen die gleichen Tipps: Den Unterricht auflockern mit welchen Mitteln immer! Trotzdem werden die Tagträumereien in der Schule nicht zu verhindern sein. Sie haben ja auch ihr Gutes:

  • „Tagträume fungieren auch als eine Art Ventil: unangenehme Erlebnisse können verarbeitet, urprivate Wünsche und Sehnsüchte zugegeben werden, ohne dass die Außenwelt davon erfährt.
  • Nicht zu verachten ist auch der Entspannungsfaktor: endlich können die Probleme des Alltags ruhen, Stress kann abgebaut werden.
  • Und nicht zuletzt können durch bewusst hervorgerufene Tagträume Stimmungen reguliert werden.“ (Quelle)
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Über Helmut Hostnig

Lehrer und Radiojournalist

4 Antworten zu “Vom Zuhören und Tagträumen

  1. loly1

    Ein großes Lob an den Helmut, es ist richtig gut geworden … nein nicht gut suppy, wahncin .. hör es mir jetzt schon zum 10.mal an und jedesmal merke ich was Neues.

  2. Gerhard

    Ein interessantes Thema habt ihr euch da ausgewählt, über das eigentlich wenig nachgedacht wird, obwohl es so viel Raum (Klassenraum) und Zeit (Unterrichtszeit) einnimmt.
    Da ich Lehrer bin, zum Schluss noch eine kleine Provokation (gegen die Langeweile): Es gibt nicht nur langweilige Lehrer, sondern auch langweilige Schüler oder sogar Klassen. Im Unterschied zum Schüler kann der Lehrer in solchen Fällen aber nicht tagträumen.
    Liebe Grüße, bin schon gespannt auf eure nächsten Forschungsergebnisse!
    Gerhard Grabner

    • dastan1

      Ja, ich finde, Sie haben volkommen recht. Es gibt auch langweilige Schüler oder gar Klassen. Ich weiß das. Ich kann aber auch sagen, dass man dagegen nicht wirklich immer was tun kann. Ich habe nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nicht an den Lehrern, sondern meistens doch an den Schülern liegt, ob ein Unterricht langweilig ist oder nicht.

      Ich danke Ihnen für Ihren Kommentar.
      Liebe Grüße Zegi!!!!!!!!

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