Fragebogen neu!

Nach Emailverkehr mit Frau Sandra Gumpinger vom Zentrum für Gehörbeeinträchtigte/Gehörlose und Hörende musste der vorbereitete Fragebogen noch einmal überarbeitet werden. Ganz wichtig war uns ihr Hinweis, welche Fragen den Kindern und welche den Betreuern im Schulzentrum gestellt werden können und wie sie formuliert sein müssen, dass sie auch richtig verstanden werden und so leichter zu beantworten sind.

Vorschläge von Frau Gumpinger, welche Fragen an die Kinder gerichtet werden können:

  • Wann verwendet man das Fingeralphabet? Verwendest du zum Plaudern auch das Fingeralphabet?
  • Was lernst du in der Schule?
  • Hast du Musikunterricht?
  • Kannst du singen?
  • Spielst du ein Instrument?
  • Tanzt du gerne?
  • Lernst du auch Fremdsprachen?
  • Unterrichtet dein Lehrer in Gebärdensprache?
  • Spricht dein Lehrer auch?
  • Wieviele Kinder sind in deiner Klasse?
  • In deiner Schule sind hörende und gehörlose Kinder gemischt. Findest du das gut?
  • Hast du hörende Freunde?
  • Triffst du auch zuhause gehörlose Freunde?
  • Sind deine Eltern hörend oder gehörlos?
  • Können deine Eltern Gebärdensprache? Wie plaudert ihr zuhause?
  • Welche Seiten sind im Internet interessant für Gehörlose?
  • Verwendet ihr Skype zum Plaudern? Bist du gerne im Chat?
  • Hast du manchmal das Problem, dass dich jemand nicht versteht oder falsch versteht?
  • Verwendest du Untertitel beim Fernsehen?
  • Gibt es für Gehörlose ein eigenes Programm?
  • Hast du manchmal im Leben Probleme auf Grund deiner Gehörlosigkeit?
  • Wünscht du dir mehr Hilfe?
  • Was würdest du an der Welt verändern, damit Dinge für Gehörlose besser oder einfacher sind?
  • Was kannst du hören?
  • Wie hast du sprechen gelernt?
  • Was ist mit Musik? Wie „hörst“ oder „empfindest“ du Musik?.
  • Ist dir dein Hörgerät eine große Hilfe?  Hörst du ohne Gerät gar nichts? Magst du dein Hörgerät?
  • Hast du hörende Freunde? Wie verständigt ihr euch?
  • Sind Hörende Kinder manchmal gemein zu dir?

Folgende Fragen sind nur für Lehrer, Betreuer oder gehörlose Erwachsene geeignet:

  • Was ist Gehörlosigkeit eigentlich?
  • Was ist der Unterschied zur Schwerhörigkeit?
  • Wie erkennen Eltern, dass das Kind taub ist?
  • Was ist wenn die Eltern taub sind, das Kind aber nicht? Wie lernt es sprechen?
  • Wird Taubheit vererbt? Welche Gründe gibt es, dass man taub werden kann?
  • Wie teuer sind Hörgeräte?  Was ist ein CI? Wie teuer sind CI?
  • Wie viele Gebärdensprachen gibt es? Wie unterscheiden sie sich?
  • Kann man sich mit dem Fingeralphabet verständigen?
  • Was, wenn jemand blind und taub ist, wie kann so jemand lernen?
  • Warum gibt es nur 6 Schulen für gehörlose Jugendliche in Österreich?
  • Wie lange brauchen Hörende, um die Gebärdensprache zu lernen?
  • Wieviele Menschen sind in Österreich taub und wieviele gehörbeeinträchtigt?
  • Was heißt Barrierefreiheit für Gehörlose?Ursprünglich wollten wir fragen: Wie sieht die Welt für Gehörlose aus? Frau Gumpinger meinte dazu: „Stellen Sie sich vor,  jemand fragt,  wie die Welt für Hörende aussieht? …  Ich denke, man müsste hier einfach konkretere Fragen stellen, zb:
  • Wie geht es dir beim Einkaufen?
  • Gehst du in die Disco?
  • Gibt es Verantstaltungen für Gehörlose?
  • Siehst du fern?  Verwendest du ein Handy?
  • Können Gehörlose Auto fahren?
  • Gehst du ins Kino?
  • Wie ist es, wenn man noch dazu „stumm“ ist?
  • Warum werden Gehörlose nach dem Sonderschullehrplan unterrichtet?
  • Was halten Sie von der Forderung der Grünen nach bilingualem Unterricht für Gehörlose?

ACHTUNG!!! – schrieb sie: Gehörlose empfinden dies als Beschimpfung und Ungerechtigkeit. Auch die Bezeichnung Taubstumme ist schon lang abeschafft und verpönt. “

Bei uns am Institut, schreibt Frau Sandra Gumpinger, gibt es viele Kinder, deren Gehör zwar nicht funktioniert, deren Hörnerv aber in Ordnung ist. In diesem Fall bekommen viele Kinder ein CI, ein Cochlea Implantat: ein Mikrofon nimmt die Akkustik der Umgebung auf, diese wird in elektrische Reize umgewandelt und mit Hilfe eines eingepflanzten Chips direkt an den Hörnerv geleitet. Diese Kinder haben mit entsprechend intensiver Förderung und rechtzeitiger Implantation gute Chancen Hören und Sprechen zu lernen.
Durch diese medizinisch-technische Entwicklung wird die Zahl der „Gehörlosen“ immer geringer und dadurch auch die Anwendung von Gebärdensprache.

Beim Fragestellen sollte unbedingt darauf geachtet werden, welche Art von Hörschädigung das jeweilige Kind hat.

Hui, ein langes Email.. Ich hoffe, Ihre Teenies können sich noch rechtzeitig auf den Tag vorbereiten!
Ich freue mich auch schon, bin schon gespannt 😉

Liebe Grüße auch an die jungen Radiomacher, Sandra Gumpinger

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Über Helmut Hostnig

Lehrer und Radiojournalist

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