Fingeralfabet und Emailvorgespräch

Hier das Fingeralfabet.  Frau Sandra Gumpinger vom BIG hat uns ersucht,  uns den Gehörlosen mit dem Fingeralfabet vorzustellen. Also üben wir fleißig.
Eine Untersuchung in Deutschland ergab, dass es vor allem im Verhältnis zwischen Arzt und gehörbeeinträchtigtem Patient zu Schwierigkeiten kommt, wenn kein Dolmetscher dabei ist. Wie das in Österreich geregelt ist, wissen wir noch nicht.  Welche anderen Schwierigkeiten im alltäglichen Leben auftreten, werden wir nächsten Mittwoch erfahren. Wen es interessiert, wie eine barrierefreie Website aussieht, der möge auf der Seite des ÖGS nachsehen.  Hier schon einmal ein Auszug aus einem Emailgespräch zwischen der Radiogruppe und Frau Gumpinger:

RG (Radiogruppe):
Lernen Eltern die Gebärdensprache, wenn sie feststellen, dass ihr Kind gehörbeeinträchtigt oder sogar gehörlos ist?

Fr. Gumpinger:
Nunja, engagierte Eltern lernen dann natürlich Gebärdensprache. Wenn ein Kind gehörlos ist, kann es ja gar keinen anderen Zugang zu Sprache und Kommunikation haben als über Gebärden/Gesten/Mimik. Demnach ist dies dann die Muttersprache der Kinder.

RG:  Wie schaut es in eher bildungsfernen Familien aus? Wie begegnen dort die Eltern dem Phänomen Gehörlosigkeit?

Fr. G.:  Leider muss ich Sie vor die traurige Tatsache stellen, dass vor allem in sozial schwachen Familien oft kein Familienmitglied Gebärdensprache lernt und die Kinder dadurch ein großes Kommunikationsdefizit besitzen und  somit auch die kognitive Entwicklung leidet.

RG:  Wie schaut es mit den technischen Hilfen aus?

Fr.G.:  Viele Kinder bekommen ein CI  und sollen somit hören und sprechen lernen, was sie auch mit guter
Förderung schaffen können. Allerdings werden viele Familien unzureichend aufgeklärt und erwarten sich durch die OP ein Wunder. Die Förderung fehlt, dadurch auch der Erfolg beim Sprechen und Hören lernen.

RG: Es gibt Stimmen, die behaupten, dass das Gebärden die CI-Kinder vom Sprechenlernen abhalte. Können Sie das bestätigen?

Fr.G.:  Ja, einige Menschen sind der Meinung Gebärdensprache hindere die CI-Kinder am Hören und Sprechen
lernen. Gegen die wissenschaftlichen Kenntnisse und vor allem gegen die Tatsache,  was wir in der praktischen Arbeit mit den Kindern erleben und beobachten:  Gebärdensprache führt und hilft zur Lautsprache!!
Im Gesamten ein sehr komplexes Thema….

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Über Helmut Hostnig

Lehrer und Radiojournalist

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