Hallo ALLE – Mobbing als Thema nur für Kids???

Mobbing in der Schule – Alltag oder Ausnahme???? Betrifft es nur die SchülerInnen??????

Ich erwarte Eure Kommentare – lest einfach, wie sich unsere SchülerInnen damit auseinandersetzen 😀

Natürlich möchte auch ich meine Erfahrungen und Gedanken mit euch teilen:

Immer wieder werden wir in der Klasse mit ängstlichen SchülerInnen konfrontiert, die unsere Hilfe suchen. „Ich werde gemobbt! Niemand will mit mir reden – die sagen, dass ich …. mache, und das stimmt aber gar nicht – die mögen mich nicht, weil….“ Ist das nicht jedem von uns schon einmal passiert? Wie reagiert man darauf, wenn man nur die eine Seite kennt? Ist es dann eine subjektive Entscheidung des Einzelnen, wie einem der Schüler/die Schülerin sympathisch ist – wie man sie /ihn kennen gelernt hat? Lügt er/sie mich an? Ist es wirklich so schlimm? Wie lange dauert der psychische oder physische Druck schon an?

Muss man dann nicht auch das Umfeld der Kids kennen? Welche Freunde haben sie, wie sieht es in der Familie aus? Will er/ sie sich nur wichtig machen – im Mittelpunkt stehen? Will er/sie nur Mitleid oder Zuwendung? Wie weit kann ich meine Persönlichkeit den Kids „schenken“ – wie nah lasse ich sie an mich heran, ohne ihnen zu nahe zu treten? Vieles kann ja dann auch gegen mich verwendet werden, wenn mir bei so einem heiklen Thema ein „Fehler“ unterläuft.

Natürlich haben auch wir Angst, uns mit diesem Thema auseinanderzusetzen – denn: Machen wir auch alles richtig, wenn wir das Thema in der Klasse aufrollen? Sind die SchülerInnen bereit offen und ehrlich zu antworten? Wie hoch ist das Vertrauensverhältnis, dass eine Aufarbeitung gelingen kann?

Wie man sieht – Frage an Frage lässt sich endlos aneinanderreihen.

Ich finde aber, dass es auch unsere Aufgabe ist, solche Vorfälle im Keim zu ersticken. Selber merkt man es erst oft, wenn wir einen Schüler/eine Schülerin alleine in einer Ecke weinen sehen. Dann muss aber schon wirklich viel geschehen sein, noch dazu wenn der/die Betroffene ein sonst unauffälliger und lustiger Schüler war/ist. Natürlich wäre es sehr gut, wenn man die Möglichkeit hat, auch einen Experten zu diesen Gesprächen und Aufarbeitungen zu holen. Leider ist an den wenigsten Schulen ständig ein Psychologe anwesend.
So kann ich nur aus meiner Erfahrung Folgendes beisteuern:
Zeit spielt keine Rolle – es kann eine Stunde oder mehrere benötigen!!!!!
Ich versuche mit den Schülern als Mediator im Sitzkreis/ im Klassenverband zu reden. Jeder darf zunächst nur Positives über den anderen sagen, bevor man dazu übergeht, das Negative herauszuholen. Am Ende sollte der Versuch einer Lösung gefunden werden – auf jeden Fall eine persönliche Entschuldigung, dann das Versprechen der Betroffenen sich zu ändern. Das Wichtigste ist natürlich, dass alle erkennen, wie psychische Gewalt wirken kann – denn meist handelt es sich nicht um physische Gewalt/ das habe ich so noch nicht erlebt.
In meinen Klassen (I-Klassen) sind wir in unserer Altersgruppe in einer Sondersituation, denn unsere lernschwachen Kids sind oft Angriffspunkt von „Leuten, die besonders cool sein wollen“ – und sich nur an gesellschaftlich schwächere Personen trauen.
Umso wichtiger ist es, dass man Mobbing erst gar nicht aufkommen lässt, und offen über die Problematik spricht.

Als D-Lehrerin habe ich auch noch die Möglichkeit, das Theme literarisch mit den Kids zu erarbeiten. Es gibt kurze Bücher, die das Thema behandeln: lesen – bearbeiten – diskutieren. So kann ich auch die sprachliche Kompetenz fördern, nicht nur die soziale.

Eine Auswahl findet ihr hier:

http://ulfcronenberg.macbay.de/wordpress/tag/mobbing/

http://www.amazon.de/mobbing-Kinder-Jugendb%C3%BCcher-B%C3%BCcher/s?ie=UTF8&keywords=Mobbing&rh=n%3A280652%2Ck%3AMobbing&page=1

Ich habe euch einen Artikel aus dem www geholt, der euch zeigt, dass Mobbing in der Schule fast schon Alltag ist, ohne dass wir es wahrnehmen wollen.

Das ist ein Teil eines Artikels aus dem Internet – (siehe Link!):

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Bullying.shtml

Aggression unter Schülern

Fragt man Schüler nach dem Ausmaß von Aggression unter ihnen, zeigt sich über Schulen und Schultypen hinweg ein erstaunlich einheitliches Bild: in jeder Klasse gibt es Opfer, Täter und Mitschüler, die präzise berichten können. Fragt man hingegen Lehrer, wird Aggression im Klassenkontext unterschätzt.

Aggression unter Schülern, neuerdings als „Bullying“ oder als „Mobbing“ bezeichnet, ereignet sich „in den kontrollschwachen Räumen hierarchisch strukturierter Systeme“ (Smith 1994) über einen längeren Zeitraum als systematische und wiederholte Aggression gegenüber Schwächeren. Man kann körperliches (z.B. schlagen, stoßen, treten), verbales (z.B. „dumme Sprüche“ nachrufen, drohen, hänseln) und indirektes Bullying (Gerüchte verbreiten oder jemanden ausschließen) unterscheiden, wobei Knaben mehr körperliches Bullying erfahren und praktizieren, während Mädchen geringfügig mehr verbales Bullying und definitiv mehr indirektes Bullying berichten (Whitney & Smith 1993). Die „indirekte“ Form des Bullying wird von Kindern schon früh als aggressiv erkannt, aber mit zunehmendem Alter von Mädchen signifikant häufiger eingesetzt. Dass dabei Jungen stärker durch offene Aggression und Mädchen stärker durch Beziehungsaggression viktimisiert werden, berichten allerdings nur Lehrer oder Mitschüler. In anonymen Selbstbefragungen berichten Jungen in gleichem Ausmaß wie Mädchen, durch Beziehungsaggression viktimisiert zu werden. Aggression unter Schülern umfasst dabei als

  • aktives Bullying die aggressiven Angriffe gegen Mitschüler (=Täterperspektive) und
  • passives Bullying oder Viktimisierung als das Erfahren aggressiver Angriffe durch Mitschüler (=Opferperspektive).

Bullying findet jeweils zur Hälfte in Zweipersonen-Interaktionen und als Aggression mehrerer Schüler gegen ein Opfer statt (Olweus 1993, Whitney & Smith 1993, Schäfer 1996). Trotz unterschiedlicher Angaben über das Ausmaß von Bullying, die im wesentlichen auf unterschiedliche methodische Erfassung und unterschiedliche definitorische Schärfe zurückzuführen sind, lässt sich als Richtwert ausmachen, dass in weiterführenden Schulen im Schnitt einer von sieben Schülern manchmal und etwa 4% der Schüler ein- oder mehrmals pro Woche schikaniert werden. Für die Grundschule berichten 27% der Schüler, schikaniert zu werden, und bei 8% ist anzunehmen, dass sie ein- oder mehrmals pro Woche schikaniert werden.

 Cyber Mobbing!!!!:

Tipps für Kinder und Jugendliche

  • Du bist nicht daran schuld! Auch wenn Du das Gefühl hast, durch dein Verhalten in der Vergangenheit möglicherweise diese Situation unterstützt zu haben, so sind dennoch die TäterInnen, die diese Tat auch ausführen!
  • Antworte niemals auf Nachrichten, die dich belästigen oder ärgern. Ansonsten wird das Mobbing wahrscheinlich nur noch schlimmer.
  • Bewahre die Nachricht auf! Du musst die Nachricht nicht lesen, sie ist aber ein guter Beweis dafür, dass du belästigt wurdest. Solche Beweise helfen dir, wenn du Unterstützung suchst oder die Belästigung melden möchtest.
  • Wende dich an jemanden, dem du vertraust. Bei Problemen können deine Eltern, Freunde, Lehrende, JugendbetreuerInnen oder eine Hotline deine ersten Ansprechpartner sein.
  • Sperre den Absender. Du musst dich nicht mit jemandem abgeben, der dich belästigt – blockiere unerwünschte Absender!
  • Melde Probleme. Nimm Belästigung und anstößige Inhalte nicht einfach hin und informiere den Betreiber der Website. Vorfälle, die illegal sein könnten, solltest du den Behörden melden.
  • Respektiere dich selbst und respektiere andere! Die Online-Welt ist öffentlich und real, obwohl es manchmal nicht den Anschein hat. Kenne deine Rechte! Sei kreativ! Sei du selbst! Behalte die Kontrolle!
  • Prävention: Sei vorsichtig bei der Weitergabe von persönlichen Daten wie E-Mail-Adresse, Handynummer, Fotos etc.

Links

Bullying.
WWW: http://www.stangl.eu/psychologie/praesentation/schikane.shtml (06-07-07)

Quellen & Literatur
OÖnachrichten vom 13.04.2007
Riebel, Julia (2008). Spotten, Schimpfen, Schlagen … Gewalt unter Schülern – Bullying und Cyberbullying. Landau: Verlag Empirische Pädagogik.
Riebel, Julia, Jäger, Reinhold S. & Fischer, Uwe C. (2009). Cyberbullying in Germany – an exploration of prevalence, overlapping with real life bullying and coping strategies. Psychology Science Quarterly (formerly Psychologische Beiträge), 51, 298-314.
Wie können sich Kinder gegen Cyber-Mobbing wehren?
WWW: http://www.saferinternet.at/themen/cyber-mobbing/ (09-02-02)

So gibt es noch viel zu tun auf dem Gebiet  – vielleich könnt ihr mir eure Erfahrungen und Strategien zukommen lassen!!!

LG Gabi P. 🙂

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Über Gabi Pranieß

Kreative Erziehung - das Spiel mit Sprache und Stimme: eine Herausforderung!

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