Vom Hinhören und Zuhören

Es war einmal eine Zeit, da gab es noch keine Handys und Computer und Fernseher und Spielkonsolen und …..

Es war einmal – und es war einmal schön.

Da sind wir  – die ganze Familie – vor dem Radio gesessen und haben uns gemeinsam Sendungen angehört. Sport, Nachrichten, Musik und für uns Kinder war natürlich das „Betthupferl“ etwas ganz Besonderes.  Danach sind wir zu Bett gegangen und wir durften noch einer Gute-Nacht-Geschichte lauschen.
Ach ja – lauschen heißt „gut zuhören“, „gespannt zuhören“, oder einfach nur „zuhören“.
Als wir dann größer wurden, kamen dann die heißen Diskussionen zwischen Halbwüchsigen und ihren Eltern oder dann Diskussionen im Kaffehaus mit unseren Freunden. Diskussion  heißt übrigens laut Wikipedia: „Eine Diskussion ist ein Gespräch zwischen zwei (Dialog) oder mehreren Diskutanten(Gesprächspartnern), in dem ein bestimmtes Thema untersucht (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt. Als solche ist sie Teil zwischenmenschlicher Kommunikation.“

Zwischenmenschliche Kommunikation – das bedeutet, dass zwei oder mehr Menschen sich unterhalten. Ein alter „Wiffzack“ (der hat Paul Waztlawick geheißen) hat nämlich einmal behauptet, dass „man nicht NICHT kommunizieren kann“. Wie ist das möglich? – Bin neugierig, ob da von euch was kommt dazu????????

Zur Kommunikation zwischen 2 oder mehr Leuten gehört aber, dass da jemand ist, der auch zuhört, denn sonst ist alles für die Katz und es kommt wieder zu Unmut und Unfrieden – denn Missverständnisse sind vorprogrammiert. Glaubt ihr nicht?
Es geht einfach nur so, dass einer eine Nachricht „aussendet“ und sein Gegenüber diese Sendung auch aufnimmt – sprich: zuhört und die Nachricht versucht zu verstehen. Dazu muss ich mir die Zeit nehmen und ohne Ablenkung (Handy, Musik, Fernseher, Spielkonsole,….) mit Augenkontakt und Konzentration meinem Gesprächspartner meine ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen. Erst dann kann ich begreifen, was er von mir will oder was er mir sagen will – und kann ich nicht alles verstehen, gibt es auch noch das Mittel der Fragestellung. Fragen kann ich aber nur stellen, wenn mir bewusst wird, dass ich auch etwas gehört habe.

Es gibt immer Situationen, wo ich nicht alles verstehen kann – sei es, ich verstehe es akustisch (zu leise, zu laut, zu lärmelig) oder sprachlich (fremde Sprache, neuer Ausdruck,…) nicht. Aber Grundvoraussetzung bleibt immer, dass ich dem lausche, was mir gesagt wird.
Leider ist das der heutigen Generation etwas abhanden gekommen – heute regieren „König facebook“ und andere „Regenten Social Networks“, „Kaiserin SMS“ und ähnliches. Man redet nicht mehr miteinander – sondern „schreibst ma heut?“. Ist das ein Wandel der Kommunikation, der uns voneinander entfernt? Das Hinhören und Zuhören geht langsam aber sicher verloren, denn Kurzsätze und Halbsätze – ja selbst nur Abkürzungen von ganzen Wörtern („KA“, „hdl“, …) sind das heutige Kommunikationsmittel.

Ich wünsche mir, dass unsere kleine Gruppe mit dem Projekt, das wir so erfolgreich begonnen haben, der heutigen SMS-Generation beweisen kann, dass es auch anders geht – wie wichtig das Hinhören und Zuhören ist – und was man damit alles erreichen kann.
In diesem Sinne – treffen uns am Montag, um mit neuen Ideen zur nächsten Mittwoch-Session zu gehen!

Eure Lehrerin

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Über Gabi Pranieß

Kreative Erziehung - das Spiel mit Sprache und Stimme: eine Herausforderung!

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