Wiener Charta im Gespräch mit RadioPoly

Am Mittwoch waren Linda und Veneta, zwei ModeratorInnen der Wiener Charta bei RadioPoly zu Gast, um mit den Jugendlichen darüber zu diskutieren, was sie stört oder ärgert, aber auch, welchen Beitrag sie selbst zum besseren Zusammenleben der Menschen in Wien leisten können. Sie beklagten sich darüber, dass vielen Menschen – vor allem in den Bezirken, in welchen sie wohnen (10., 11.) an Sauberkeit nicht gelegen ist und sie oft beobachten, wie im Vorbeigehen die Straße oft zur Müllkippe wird, selbst wenn wenige Meter entfernt ein Mistkübel angebracht ist. Sie seien schon öfter von sogenannten Wastewatchern angesprochen worden, vor allem, wenn sie mit Hunden auf der Straße waren. Das fanden sie gut, forderten sogar höhere Strafen und zeigten sich auch bereit, Erwachsene anzusprechen, wenn sie Park oder Straßen verunreinigen.

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Das Thema Gewalt aber war ihnen ein größeres Anliegen. Sie erzählten von gewalttätigen Übergriffen – meistens von Neonazis, die ohne ersichtlichen Grund über Ausländer oder Schwächere herfallen und sie krankenhausreif prügeln. Vor allem haben die Mädchen Angst noch auf der Straße zu sein, wenn es dunkelt. Einige von ihnen wurden schon des öfteren verfolgt und belästigt und wissen sich dagegen nicht zu wehren. Von Jugendlichen Zivilcourage einzufordern, zu der aus vielen Gründen, aber hauptsächlich aus Angst, selbst zum Opfer eines tätlichen Übergriffes zu werden, nicht einmal die Erwachsenen fähig sind, kann meines Erachtens in keiner Charta festgeschrieben werden. Vielmehr müssten sie darüber aufgeklärt werden, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollen und wo sie Hilfe erhalten könnten. Ob – wie Alex meinte – die verstärkte Präsenz von Polizei in den Straßen oder Parks – ein Ansatz zur Lösung ist, hat – wie sie selbst feststellten – auch damit zu tun, ob Stadt oder Gemeinde so viel Geld in die Hand nimmt, weil auch diese ja wie das Anbringen von mehr Mistkübeln bezahlt werden müsse.
Die Jugendlichen wünschten sich, dass die ältere Generation weniger über sie schimpft und ihnen gegenüber mehr Verständnis zeigt. Wer zB. weiß, dass Monja manche Wochenenden opfert, um in Seniorenheimen unentgeltlich auszuhelfen, Naomi sich freut, wenn sie eine Oma an der Hand nimmt und mit ihr eine verkehrsreiche Kreuzung quert, und Kevin einer Mutter mit Kinderwagen in die Straßenbahn hilft, weil trotz Intervention des Straßenbahnfahrers kein Erwachsener dazu bereit war?
Linda und Veneta jedenfalls protokollierten die wichtigsten Aussagen und versprachen, die besprochenen Themen und Lösungsvorschläge in der Vorbereitung der Charta mit einfließen zu lassen.

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Über Helmut Hostnig

Ich war Lehrer in Polytechnischen Lehrgängen und Hauptschulen in Wien. Jetzt möchte ich meinen Steckenpferden als Radiomacher und Dokumentarfilmer nachgehen und den Blog mit Reiseberichten, Texten, Gedichten und akustischen Fragmenten aktuell halten. Natürlich würde ich mich über Kommentare freuen.

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