RadioPoly erhält Award of distinction bei Ars Electronica

Das Team von RadioPoly 1 hat nun nach seiner Teilnahme an der Ausschreibung für den Prix Ars Electronica in der Kategorie „u19 – create your world“ den award of distinction für das Video „Bin Baum mit zwei Stämmen“ in Linz entgegen genommen. Die Jurybegründung im Wortlaut: Die Breite eures Repertoires beeindruckt uns sehr. Euer Projekt beinhaltet viel mehr als „nur“ Radio. Toll, dass ihr euch mit dem Thema Migration so tiefgründig auseinandersetzt. Das Projekt „Bin Baum mit 2 Stämmen“ hat uns am besten gefallen und am meisten berührt. Spannend finden wir auch eure Sprachexperimente, die an Ernst Jandl angelehnt sind. Macht unbedingt weiter damit! Euer u19 Team.

Das Rumpfteam (alle, die Zeit hatten) von RadioPoly 1 hat  seine Arbeit auf dem Podium präsentiert, sich bei den Veranstaltern, der Jury, dem BMuKK, aber auch bei Direktor Lukas Riener bedankt, der seiner SchülerInnen wegen extra aus Wien angereist ist.  Asya Serimoglu, Veysel Özel, Lorena Zorkic, Sarah Schenk, Daniel Wieczorek und Viorel Filipovic sind darüber hinaus auch noch von einem Fernsehteam des ORF im Rahmen der Weltbilder zum Thema Migration interviewt worden. Als Projektleiter durfte ich auf jeden einzelnen stolz sein. Sie haben ihren Auftritt souverän gemeistert und ihr Projekt dem Publikum  sehr launisch vorgestellt.
Das Preisgeld – immerhin 2000€ – wird unter den TeilnehmerInnen aufgeteilt. Noch einmal ein Anlass uns zu treffen und in schönen Erinnerungen zu schwelgen.
Fotos: Dir. Lukas Riener

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RadioPoly erhält Award of Distinction beim Prix Ars Electronica

Wieder hat RadioPoly einen Preis für seine aus der Radioarbeit entstandene Textvisualisierung „Bin Baum mit 2 Stämmen“ erhalten.  Diesmal den renommierten Award of Distinction in der Kategorie U19 Create your world, den wir am 31. August mit großer Freude entgegennehmen wollen.
675 Projekte, an denen 1751 Kinder und Jugendliche international beteiligt waren, wurden in dieser Kategorie eingereicht.
Hier zum Video 

RadioPoly leitet bundesweites PTS-Seminar auf der PH-Wien

Das BMUKK hat RadioPoly als Pilotprojekt für die bundesweite Implementierung von Radio in den Standorten der PTS  mit der Aufgabe betraut, ein Seminar auf der PH-Wien zum Thema „Einführung in die praktische  Radioarbeit an der PTS“ abzuhalten. 11 engagierte LehrerInnen aus 5 Bundesländern haben sich zu diesem Seminar eingefunden und  wollten wissen, wie sie mit ihren SchülerInnen Radio machen können.

Making of eines Radiojingles

Wolf Frank, der Stimmenimitator, zu Gast bei RadioPoly erarbeitet mit den TeilnehmerInnen ein Radiojingle. Dieses kurze Hörstück zeigt, wie lustvoll Radioarbeit mit Jugendlichen sein kann. Übrigens: Am 7, Mai um 19 Uhr on-air auf Orange 94.0, dem freien Radio Wien die ganze Sendung „Stimmenimitation ist wie Bergsteigen“ on-air, bei dem wir seit einem Jahr eine für uns eingerichtete Sendeschiene haben, die jeden Montag eines neu beginnenden Monats unsere Sendungen ausstrahlt.

Danke Österreich

Habe meine Mutter interviewt.  Es war ein sehr spannendes und lustiges Gespräch.  Ich habe es in meiner Sprache, in Lingala gemacht und meine Schwester hat übersetzt.  Lingala wird im Kongo gesprochen. Anschließend haben wir dann auch gesungen mit meiner Schwester, Tante , Mum und ich.

Hoffentlich wird es euch gefallen ;D

The winner is …

Dear vincitori
We have the pleasure to inform you that your  film ” Bin Baum “ has been selected for the “4th Edition of TimelineFilmFest – Film for Joy and Learning “ (International Film School Competition ) Carate Brianza, 23 April to 28 April 2012.

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Ja, wir haben beim europaweit ausgeschriebenen Timlinefestival in Brianza einen Preis für unser Videogedicht „Bin Baum mit zwei Stämmen“ gewonnen. Asya und Zegi werden mit Frau Pranieß nach Mailand fliegen und – RadioPoly vertretend – den Preis entgegennehmen. Juhuuu!

Plädoyer für eine Implementierung von Radio als Lernform

In den Beiträgen zur Medienpädagogik ist ein von mir verfasstes „Pädoyer für eine Implementierung von Radio als Lernform“ erschienen. In den Wochen nach Ostern wird RadioPoly auch in die Klassen der PTS 3 Meiselgasse gehen, um den SchülerInnen vor Ort unser Projekt vorzustellen, aber auch, um mit ihnen gemeinsam Radio zu machen. Sind schon neugierig, ob wir diese Nagelprobe bestehen.

Bedingungslose Liebe! Gibt es die?

Nach der hitzig geführten Debatte über Liebe im Allgemeinen und den Problemen, die Jugendlichen aus ihr entstehen können, besteht der zweite Radiobeitrag  aus zwei Fragestellungen.
1. Was ist emotionale Erpressung und nach welchem Muster läuft sie ab? und
2. Gibt es bedingungslose Liebe überhaupt?
Diesen zwei Fragen wird mit unterschiedlichen und dem Medium eigenen Mitteln nachgegangen. Es hat sich geradezu angeboten, Emo-Erpressung als Hörspiel zu inszenieren, da etliche Jugendliche mit dem Ausspruch „Wenn du mich wirklich gern hättest, dann würdest du…“ schon öfter konfrontiert waren. Dabei wissen sie sehr gut zwischen Erpressung, Manipulation und einer mit Druck arbeitenden Bitte zu unterscheiden und geben in Gesprächen auch zu, dass sie selbst oft nicht nur Opfer waren, sondern in ihren Beziehungen dieses Mittel eingesetzt haben, um gegen den Willen ihrer PartnerInnen – das können Geschwister oder FreundInnen sein – etwas zu erreichen. Jeder Satz, der mit der Möglichkeitsform II beginnt und noch ein „wirklich“ enthält, erzeugt Druck. Wärest du wirklich mein(e) Freund(in), dann würdest du jetzt …. Will man diesem Druck nicht nachgeben, erzeugt das wiederum Schuldgefühle. Wer sich nicht rechtzeitig zur Wehr setzt und immer wieder nachgibt, der wird sich am Ende fragen, warum er das alles mit sich geschehen hat lassen und den emotionalen ErpresserInnen das Recht eingeräumt hat, von ihnen nach ihren Vorstellungen gebogen und manchmal sogar gebrochen worden zu sein.

Monja hat ja in ihrem Beitrag darüber berichtet, was ihr Exfreund alles von ihr verlangt hat, bis sie mit ihm Schluss gemacht hat.

Im zweiten Teil des Radiobeitrags gingen die Kids von Radiopoly in Teams auf die Straße, um Passantenmeinungen zu einem Satz des chinesischen Philosophen Konfuzius einzuholen; Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer. Sie waren von den differenzierten Aussagen und vor allem von der Tatsache sehr beeindruckt, dass einige PassantInnen wussten, von wem der Spruch stammte und setzten sich dann auch in Gesprächen über das, was sie gehört hatten, inhaltlich auseinander. Dabei hatte es ihnen vor allem der Einwand einer Frau angetan, die gemeint hat, dass Liebe immer an Bedingungen geknüpft sei und sie sich zB. nicht vorstellen könne, mit einem Behinderten zusammen zu sein, außer er würde durch einen Unfall behindert sein, nachdem sie ihn kennen gelernt hatte.

So glaube ich durchaus, dass die wochenlange Auseinandersetzung mit diesen Themen, die ja in der Schule selten besprochen werden, ihre Einstellungen verändert oder sie zumindest für das sensibilisiert haben, was anfänglich wie eine harmlose Bitte daherkommt, sich aber später als der Beginn von emotionaler Erpressung erweist.

Ihr fladert uns das Herz…

Hier zum Radiobeitrag: LIEBE mit 15! 
Wenn man Jugendlichen Aktivitäten anbietet, die ihren Bedürfnissen entsprechen, sind sie immer diszipliniert, und wir, die  Erwachsenen können im Dialog mit ihnen die auflodernden Buschbrände, die in der Pubertät gehäuft auftreten, löschen helfen.
Letzten Mittwoch wurden wir – wie sooft – wieder einmal Zeugen davon, dass es den Jugendlichen nach kurzer Anleitung durchaus gelingt, eine themengebundene Diskussion zu führen, in welcher sie – in einer ihnen fremden Sprache um Worte ringend – einander zuhören, auf die Gegenargumente eingehen, neue Fragen aufwerfen, Abschweifungen lachend erkennen, und es nach 30 Minuten hitziger Debatte bedauern, dass keine Zeit mehr bleibt, sie weiter zu führen. Zugegeben: Das Thema „Liebe“ ist ein Dauerbrenner gerade für diese Altersstufe, aber es wird nur in informellen Zwiegesprächen, selten in den Peergroups und noch seltener in der Schule  als ein Gegenstand notwendiger Auseinandersetzung be- oder verhandelt. Interessant ist, dass sich die Rollenbilder migrantischer Jugendlicher – wo immer sie herkommen – kaum von unseren damals  vor 40 Jahren unterscheiden.  In Zeiten digitaler Netzwerke wollen und müssen die Mädchen in Chatrooms noch immer darauf warten, von den Jungs zum Chatten aufgefordert zu werden. „Wir kommen uns sonst vor wie Stalker!“, sagen Naomi und Bolenge, beide aus dem Kongo. Buben müssen also noch immer den ersten Schritt tun. Das ist so. Und vergessen dabei ganz, wie sie darauf auch in der Diskussion aufmerksam gemacht werden, dass auch Buben oft schüchtern sind. Die aber werden zu mehr Mut aufgefordert. Bevor ich aber die ganze Diskussion transkribiere, hört selbst hinein. Ein Satz aber noch, der uns Erwachsene verblüfft hat, aber auch gut zeigt, wie gut ein im Kongo aufgewachsenes Mädchen zumindest sprachlich wie mit ana schwoazn Tint’n reden kann, will ich hervorheben. Er sei den Buben und uns Männern hinters Ohr geschrieben. Hier ist er: „Ihr fladert uns das Herz und dann werft ihr es uns gebrochen vor die Füße.“ Das ist Lyrik.

Straßenbefragung und Body Music

Am Mittwoch waren drei Teams auf der Straße, um Passanten mit der Frage zu beschäftigen, ob sie glauben, dass es bedingungslose Liebe gibt. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Frage nicht gut formuliert war, weil sie als geschlossene Frage dazu einlädt, nur mit einem Ja oder einen Nein zu antworten. So hat ein Passant sich zwar geduldig die ganze Einleitung zur Frage angehörtl: Guten Tag. Wir sind von Rdiopoly; Eine Schülergruppe der Polytechnischen Schule im dritten Bezirk und arbeiten gerade an einer Sendung, in der es auch um Liebe geht. Haben sie einen Augenblick Zeit? Es ist nur eine kurze Frage. Die Frage heißt: Gibt es soetwas wie bedingungslose Liebe?  Darauf aber kurz und bündig nur mit einem Ja geantwortet und War’s das? nachgesetzt und – so schnell konnte auch Michi nicht reagieren – war er auch schon wieder weg. Nein: Es waren durchaus brauchbare Wortspenden darunter. Eine ist mir gut in Erinnerung geblieben, weil ich der Radiogruppe die Frage stellen will, ob die Frau Recht hat, die behauptet hat:  Es gibt  nur eine bedingunglose Liebe  und zwar die ziwchen Mutter und Kind. Diesen Satz möchte ich sie hinterfragen lassen, da ich der Meinung bin, dass auch diese Liebe nicht ohne Bedingungen ist.
Apropos „Bedingung“. Mich hat überrascht, dass dieses Wort den Kids nur schwer über die Lippen kam und einige mit ihm nichts anfangen konnten.  Dass Alan, gebürtiger Paraguyaner, ein waschechter Guarani, der im Dschungel aufgewachsen ist,  den Satz von Konfuzius „Was du liebst, lass los! Kommt es zurück, gehört es dir für immer!“ ganz pragmatisch und lebenspraktisch deutet, hat vielleicht auch mit seiner Herkunft zu tun: „Also ich verstehe den Satz so“, hat er gemeint, „ich hab einmal einen Papagei gehabt, der ist mir davon geflogen. Weil er wahrscheinlich drauf gekommen ist, dass er da draußen nicht überleben kann, ist er wieder zurück gekommen. Da habe ich ihn wieder eingesperrt.“ Genau solche Sätze sind es, die nicht erfunden werden können und nach etlichen philosophischen Ausführungen von erwachsenen PassantInnen  zur Auflockerung in Radiosendungen beitragen.
Im zweiten Teil unserer Mittwochsession haben wir uns mit Bodymusic beschöftigt. Kemal, ein begnadeter Saßspieler und Lehrerfreund, war bei uns und hat den Kids gezeigt, wie einfach es ist, mit unserem Körper Rhythmus zu produzieren.

 
Hier ein Beispiel von Bodymusik

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