Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

RadioPoly hat sich an ein Gedicht von Rainer Maria Rilke herangewagt. Zuerst wurde es von den anwesenden TeilnehmerInnen in ihre Sprache übersetzt, was für sich schon eine große Herausforderung dargestellt hat, weil sich immer wieder herausstellt, dass ihnen der Wortschatz in der Muttersprache abhanden gekommen ist. Wenn nichts mehr hilft und sie um ein Wort ringen, gibt es aber LEO, ein Internetübersetzungsprogramm, das sogar Tagalog, eine Philippinensprache, versteht, die übrigens sehr melodisch ist. Das Gedicht wurde aber nicht nur ins Serbische, Kroatische, Spanische und ins Tagalog übersetzt, sondern auch diskutiert. Ich war neugierig zu erfahren, wie dieses Gedicht von ihnen ohne Anleitung interpretiert würde. Dabei hat sich herausgestellt, dass PolyschülerInnen nicht nur in vielen Zungen reden, sondern auch mit rudimentärem deutschem Wortschatz zu erstaunlichen Gedanken fähig sind.
Auch lag es nahe, Redewendungen in Verbindung mit dem Wort „Wort“ und in Wortspielereien das Wort als solches unter die Audiolupe zu nehmen. Mein Sohn, Mischa Hostnig, alias highvoltMC, hat den Text gerapt  und das Instrumental zur Radiosendung  beigesteuert.

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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Rainer Maria Rilke

Liebe Grüße auch von Bolenge &‘ April

Redewendungen mit Hören und Ohr

Jede Sprache ist reich an Redewendungen, Redensarten und Sprichwörtern. Da wir uns mit dem Thema „HÖREN“ beschäftigen, lag es nahe, auch unsere Sprache nach solchen abzuklopfen. Da kann einem HÖREN und SEHEN vergehen, so viele gibt es da. Viele verwenden wir fast täglich, manche sind für euch übersetzungsdürftig. Auf Anhieb weiß jemand, der nicht mit der deutschen Sprache als seiner Muttersprache aufgewachsen ist, mit der Wendung „jemandem die Löffel langziehen“ wenig anzufangen. Das setzt voraus, dass man die Synonyme, d.h. die sinnverwandten Wörter für das Wort „Ohr“ kennt. Aber auch dafür gibt es Onlinelexika, deren Gebrauch ich euch sehr empfehlen oder „ans Herz legen“ möchte, ohne euch auf den Ohren liegen zu wollen.  Von Ohrfeigen habt ihr gehört. Welchen Zusammenhang aber gibt es zwischen Ohr und Feige? Wenn ich jetzt schreibe, dass ich mich aufs Ohr hauen will, vermutet wohl keiner, dass ich so ein Depp bin und mir selber so weh tu, dass das Ohr nachher die Farbe einer reifen Feige hat. Bis über beide Ohren kann man verschuldet oder verliebt sein, auf beiden Ohren aber nur taub, wenn man etwas nicht hören will oder man hörbeeinträchtigt ist.  Meistens sind es Vorwortergänzungen im dritten oder vierten Fall und das macht den richtigen Gebrauch für euch, deren Muttersprache zB. polnisch, serbokroatisch oder türkisch ist,  so schwierig.  Heißt es: Schreib dir das hinter die Ohren oder hinter den Ohren? Das eine ist deutsch, das andere ist Nonsense, auch wenn ich weiß, was du meinst. Hinter den Ohren kann man nicht schreiben. Oder doch? Habs noch nicht probiert. Vielleicht weil ich noch feucht oder grün hinter den Ohren bin.

Wer also Redewendungen sucht, die mit Hören oder Ohren zu tun haben, kann ja weiter lesen.

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